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Sturm und Drang: Mit Herz und Leidenschaft

Gewitter über dem Meer

Für das Herz! Für die Freiheit! Emotional, laut und unverfälscht – so möchte sich der Sturm und Drang im 17. Jahrhundert geben. Der Rationalismus der Epoche Aufklärung ist den Dichtern zuwider. Sie möchten lieben, leben und sich ihrer Kreativität hingeben. Alles über das damalige Menschenbild, den Geniekult und die Sprache der Werke erfährst du in diesem Beitrag.

Das Herz der Epoche Sturm und Drang

„Bedecke deinen Himmel Zeus,...”, wendet sich das lyrische Ich in Goethes Prometheus provozierend an die griechische Gottheit und schließt das Gedicht mit den Worten: „Hier sitz ich, forme Menschen / Nach meinem Bilde, / Ein Geschlecht das mir gleich sei, / Zu leiden, zu weinen, / Zu genießen und zu freuen sich / Und dein nicht zu achten, / Wie ich!”

Das Individuum lehnt sich auf

Die Gesellschaft des 17. Jahrhunderts war geplagt von sozialen Ungleichheiten, Standesschranken und absolutistisch-autoritären Herrschern. Gleichzeitig bestimmte der Rationalismus der Aufklärung das Denken der Menschen. Mit Worten lehnten sich die Schreibenden im Sturm und Drang gegen diese Zustände auf. Sie wollten „Wollen statt Sollen”, Empfindsamkeit, Individualität und erlebten den Drang nach Freiheit. Es herrschte Aufbruchstimmung in der Literatur dieser Epoche.

Mittelpunkt der Epoche Sturm und Drang

Im Mittelpunkt der Epoche Sturm und Drang von 1765 bis 1785 steht der Mensch als Individuum. Ein Individuum, das sich natürlich und selbstbestimmt mit Herz, Vernunft und Verstand entwickelt und verwirklicht. Alle Grenzen und Regeln wollten überwunden werden.

Man entdeckte das kreative Potenzial des Einzelnen: Der ideale Dichter, der sich in seinen Werken den Werten des Sturm und Drangs hingab, wurde zum Genie erklärt.

Zurück zur Natur

Die Natur bot die Quelle der Inspiration. Sie galt im Sturm und Drang als unverfälscht und löste unmittelbare Empfindungen aus. Es herrschte die Auffassung des Pantheismus.

Pantheismus: Die Natur, der Mensch, das All – alles verbindet sich zu einem, das als Göttliches wahrgenommen wird.

Sturm und Drang Merkmale

Die literarische Strömung dieser Zeit war geprägt durch Leitbegriffe wie Herz, Liebe, Einsamkeit und Freiheit. Themen wie Natur, Abend und Nacht, Freundschaft und Brüderlichkeit traten in den Vordergrund. Die Dichter setzten sich in ihren Werken für Gleichheit und Gerechtigkeit ein, was politischen Widerstand erzeugte.

Sprachliche Auffälligkeiten

Der Sturm und Drang war laut und nahm keinen Blatt vor dem Mund. Kraftausdrücke und der Dialekt aus dem alltäglichen Sprachgebrauch der Epoche wurden unzensiert übernommen. Die Worte, die in der Literatur genutzt wurden, waren leidenschaftlich und stark bildlich. Die Stilmittel Hyperbel und Ausruf findest du in vielen Werken des Sturm und Drang.

Formen des Sturm und Drang

In der Dramatik wandte man sich hin zu William Shakespeare und den freien Formen des offenen Dramas. Es wurden geschichtliche Stoffe aufgegriffen, mit denen man Kritik an den vorherrschenden autoritären Strukturen übte. Die Lyrik der Epoche orientierte sich an Klopstocks Oden. Mithilfe der Erlebnislyrik drückte man Gefühle aus, wobei die Liebe in den meisten Fällen im Mittelpunkt stand. Zudem kam im Sturm und Drang der Briefroman auf, um Erlebnisse aus der Perspektive einer individuellen Figur zu schildern.

Autoren und Zentren der Epoche Sturm und Drang

Der Sturm und Drang wurde in Deutschland von gebildeten Männern aus dem Bürgertum ausgefochten. Sie zentralisierten sich in den Städten Straßburg (Herder, Lenz, Goethe), Frankfurt (Goethe, Schlosser, Klinger), Schwaben (Schiller, Schubart) und Göttingen.

Typische Werke der literarischen Strömung sind:

  • Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werthers (Briefroman)
  • Friedrich Schiller: Kabale und Liebe; Die Räuber (Drama)
  • Gottfried A. Bürger: Lenore (Ballade)

Lernvideo zum Sturm und Drang

Die wichtigsten Merkmale des Sturm und Drang erklärt dir unser Lernvideo.

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