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Humanmedizin vs. Zahnmedizin: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Zahnmedizin oder Humanmedizin studieren

Du weißt nicht, ob du Zahnmedizin studieren sollst oder doch lieber Humanmedizin? Du fragst dich, welches Studium besser zu dir passt? Wir stellen dir in diesen Beitrag beide Studiengänge vor. Du erfährst mehr über das Bewerbungsverfahren in Deutschland und wie du dich darauf vorbereiten kannst. Wir liefern dir Informationen zu den inhaltlichen Unterschieden und klären dich über einen nachträglichen Wechsel auf.

Bewerbungsverfahren: Zahnmedizin und Humanmedizin

Zunächst zum wichtigsten Punkt: Wie kannst du dich für Zahnmedizin und Humanmedizin an den Hochschulen bewerben? Die Bewerbung für die Studiengänge Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie erfolgt über die Plattform hochschulstart.de.

Zahnmedizin NC vs. Humanmedizin NC

Grundsätzlich ist der Numerus Clausus (kurz: NC) der Humanmedizin minimal höher angesetzt als der der Zahnmedizin. Eine allgemeingültige Aussage ist aber nicht möglich. Denn der NC unterscheidet sich je nach Bundesland sowie Hochschule und wird jährlich neu festgelegt.

Neben dem Numerus Clausus haben die Universitäten zum Teil eigene Auswahlverfahren. Vorherige medizinische Ausbildungen oder freiwillig abgeleistete Dienste können einen Vorteil verschaffen.

Notenschnitt für ein medizinisches Studium verbessern

Um deinen Schnitt zu verbessern, kannst du am Test für Medizinische Studiengänge (TMS) teilnehmen. Dieser findet jährlich im Frühjahr und Herbst statt. Schneidest du besonders gut ab, wertet das deine Abschlussnote bei der Bewerbung um ein Medizinstudium auf.

Es gibt Bücher, mit denen du dich perfekt auf diese Prüfung vorbereiten kannst. Die Vorbereitung solltest du nicht verschlafen, denn der Medizinertest verlangt den Bewerber*innen einiges ab.

Diese Bücher machen dich fit für den Medizinertest

Strategische Wahl der Universität – Tipps eines Zahnmedizinstudenten

Wir haben uns mit Jacco getroffen, der gerade seine Approbation der Zahnheilkunde erhalten hat. Nach seinem Studium der Zahnmedizin ist er unser Experte und gibt im Interview Ratschläge und Einblicke.

Tipp von Jacco:

Geht der Abiturschnitt nicht gerade gegen 1,0 bis 1,3, sollte man taktische Standorte wählen, an welchen die Aufnahmebedingungen günstiger sind.

Nachträglicher Wechsel zwischen den Studiengängen


Prinzipiell ist ein Wechsel zwischen den Studiengängen im Nachhinein möglich. Wer das möchte, muss sich für das höhere Semester erneut bewerben. Ob der*die Studierende den Studienplatz erhält, ist von der Abiturnote und den freien Plätzen abhängig. Auch hier ist es wichtig, sich mit den spezifischen Regeln der jeweiligen Universität auseinanderzusetzen.

Jaccos Erfahrung:

Das Zahnmedizin Studium war für mich anfangs die Alternative zum Humanmedizin-Studium. Da die ersten Semester gleich verlaufen, ist ein nachträglicher Wechsel oftmals möglich. Glücklicherweise veränderte sich mein Plan und ich blieb dem Studium treu.

Du hast einen Studienplatz bekommen, aber nicht an deinem Wunschort? Keine Panik, ein nachträglicher Uni-Wechsel über eine Tauschbörse ist leichter als der Wechsel der Studiengänge.

Zahnmediziner Jacco
Zahnmediziner Jacco © Foto: privat

Inhalte und Aufbau der Studiengänge

Die Studiengänge Zahnmedizin und Humanmedizin weisen zu Beginn viele Gemeinsamkeiten auf, weshalb ein nachträglicher Wechsel unter bestimmten Bedingungen möglich ist. Während die Studierenden der Human- und Zahnmedizin am Anfang ähnliche Fächer belegen, unterscheidet sich das Studium spätestens ab dem Physikum. Dennoch haben Studierende der Zahnmedizin hin und wieder gleiche Vorlesungen und Seminare.

Jaccos Erfahrung:

Ich empfand die zahlreichen humanmedizinischen Vorlesungen als erfrischende Abwechslung vom täglichen Behandlungsalltag. Auch in der Zahnmedizin muss man Prüfungen in den Themenbereichen Mikrobiologie, Pathologie, Pharmazie, Innere Medizin und Chirurgie ablegen.

Die naturwissenschaftlichen Grundlagen sind also dieselben. Das Zahnmedizin-Studium zeichnet sich durch einen stärkeren Fokus auf eine praxisbezogene Ausbildung aus. Aus diesem Grund können Zahnmediziner*innen schneller ins Berufsleben starten, während in der Humanmedizin nach dem Praktischen Jahr die Facharztweiterbildung folgt.

Der Aufbau der Studiengänge im Vergleich

Damit du dir einen groben Überblick verschaffen kannst, haben wir den Aufbau der Studiengänge in einer Tabelle gegenübergestellt.

Zahnmedizin

  • Vorklinik
  • Klinik
  • -
  • Assistenzzeit

Humanmedizin

  • Vorklinik
  • Klinik
  • Praktische Jahre (PJ)
  • Facharztweiterbildung

Inhalte der medizinischen Studiengänge

Die Vorklinik startet bei beiden Studiengängen thematisch ähnlich. Grundlagen der Anatomie, der Biochemie, Physiologie, Biologie, Chemie und Physik werden im Studiengang vermittelt. Die Zahnmedizin legt bereits hier ihren spezifischen Fokus auf Zahn und Mund. Die Studierenden erfahren mehr über Zahnheilkunde und üben erstmals am Phantomkopf.

Abgeschlossen wird der Abschnitt in beiden Studiengängen mit dem Physikum. Die zahnmedizinischen Fähigkeiten werden in einer Prüfungswoche praktisch abgefragt.

Jaccos Eindruck:

Der klinische Studienabschnitt besticht nach dem Physikum mit deutlich mehr Praxis. Die zahnärztliche Tätigkeit wechselt schrittweise vom Phantomkopf zum Menschen und die Vorlesungen spezifizieren sich. Die großen Abteilungen sind Zahnerhaltung, Prothetik, Kieferorthopädie sowie Zahn-, Mund-, Kieferkrankheiten.

Im zweiten Abschnitt gehen die Inhalte verstärkt auseinander. Während sich die Humanmedizin mit dem ganzen Körper beschäftigt, bauen die zukünftigen Zahnärzt*innen ihr praktisches Wissen aus. Dazu gehört die Arbeit in der sogenannten Behandlungsbox. Die Behandlungsbox ist ein durch halbhohe Wände abgetrennter Raum, in dem die Studierenden die praktische Arbeit als Zahnmediziner*in üben.

Durch die Erfahrungen können Studierende der Zahnmedizin nach ihrem Studium schneller und unabhängiger in die Berufswelt einsteigen.

Start ins Berufsleben nach dem Studium

Jacco ist fertig mit seinem Studium und gönnt sich jetzt eine kleine Auszeit, bevor er mit neuer Energie in den Berufsalltag startet. Seine Dissertation wird er nebenher schreiben. Er ist glücklich mit seiner Studienwahl. Obwohl er sich die Gelassenheit, die sein anspruchsvolles Studium gefordert hat, erst antrainieren musste.

Jaccos Fazit:

Allgemein sind jetzt zwei Jahre Assistenzzeit in einer freiwirtschaftlichen Praxis oder an einem Klinikum angesetzt. Nach diesen erlangt man die Kassenzulassung und kann eigenständig Kassenpatientinnen und -patienten behandeln. Hierbei fungiert ein Arzt bzw. eine Ärztin als Mentor bzw. Mentorin, wodurch man weitere Blickwinkel und Lösungsansätze für Patientenfälle erhält.

Theoretisch muss man als Zahnmediziner*in keine Assistenzzeit absolvieren, wenn man zukünftig nur Privatpatient*innen behandelt. Studierende der Humanmedizin müssen hingegen noch ein Praktisches Jahr und die Facharztweiterbildung durchstehen.

Bei der Bundeswehr Zahnmedizin oder Humanmedizin studieren

Wer möchte, kann das medizinische Studium mit einer Ausbildung zur Soldatin bzw. zum Soldaten verbinden. Die Bundeswehr bietet Studienplätze für Humanmedizin und Zahnmedizin an. Die Ausbildung hat einen niedrigeren NC, ist jedoch mit einer jahrelangen Verpflichtung verbunden. Das Studium bei der Bundeswehr ist vergütet.

Ausführliche Einblicke zum Thema Studieren bei der Bundeswehr erhältst du in unserem Interview Medizinstudium bei der Bundeswehr.

Zahnmedizin studieren – ein Erfahrungsbericht

Zahnmedizin studieren war eigentlich nicht Jaccos Plan. Trotzdem ist er nach den ersten Semestern dabei geblieben, inzwischen hat er das Zahnmedizinstudium erfolgreich abgeschlossen. In unserem Interview erzählt Jacco, warum er der Zahnmedizin treu geblieben ist und was Interessierte im Studium erwartet.

STARK Verlag: Wie bist du auf die Idee gekommen, Zahnmedizin zu studieren?

Jacco: Die Idee entwickelte sich bei mir spontan. Kurz nach der letzten Abiturprüfung reifte in mir das Interesse am medizinischen Sektor. Leider konnte ich im Nachhinein nichts mehr an meinem Notendurchschnitt ändern. Daher war der mit NC 1,0 belegte Medizin-Studiengang kein Thema mehr.

Das Zahnmedizin Studium war für mich anfangs die Alternative zum Humanmedizin-Studium. Da die ersten Semester gleich verlaufen, ist ein nachträglicher Wechsel oftmals möglich. Glücklicherweise veränderte sich mein Plan und ich blieb dem Studium treu. Sechs Jahre später erlangte ich im Dezember 2019 die Approbation der Zahnheilkunde.

Welchen Notendurchschnitt hattest du?

Mein Abiturschnitt war 1,6. Das reichte für die Aufnahme an der Universität des Saarlandes – jedoch nicht bundesweit.

Wie verlief das Bewerbungsverfahren für Zahnmedizin?

Zu meiner Zeit lief das Bewerbungsverfahren für das Medizin-, Zahnmedizin- als auch Pharmazie-Studium gleich ab. Die Bewerbung erfolgte über das Portal hochschulstart.de, bei welchem man sich zunächst für einen der drei Studiengänge entscheiden musste. Das bedeutet: Nur für einen Studiengang war eine Bewerbung möglich.

Zunächst werden alle zur Verfügung stehenden Universitäten in eine Präferenztabelle von Platz 1 bis 10 sortiert. Dabei werden die standortspezifischen Voraussetzungen berücksichtigt.

Ein Beispiel: Verschiedene Universitäten verlangen einen bestimmten Präferenzplatz. Auf diese Weise kann und muss man vorab verschiedene Standorte ausschließen. Universitäten wie Hannover ergänzen die Bewerbung mit einem persönlichen Motivationsgespräch, welches neben der Abiturnote 50 Prozent zählt.

Kleiner Tipp: Geht der Abiturschnitt nicht gerade gegen 1,0 bis 1,3, sollte man taktische Standorte wählen, an welchen die Aufnahmebedingungen günstiger sind.

Wie funktioniert das mit den Zusagen?

Die Zusagen kommen in verschiedenen Wellen: Abiturbesten, Nachrücken ...

Wie ist das Zahnmedizin-Studium aufgebaut?

Grundsätzlich gliedert sich das Studium in zwei Abschnitte: Die Semester 1 bis 5 finden in der Vorklinik statt, 6 bis 10 in der Klinik. Die erste Hälfte der Vorklinik befasst sich eher mit grundlegenden Fächern und ist dadurch dem Medizinstudium sehr ähnlich. Die großen Kurse umfassen Anatomie, Biochemie und Physiologie.

Zahnmedizinisch sind vor allem der Technisch Propädeutische Kurs sowie die Phantomkurse zu nennen: Hier eignet man sich zahntechnische Grundfähigkeiten an, führt am Phantomkopf erste zahnmedizinische Übungen durch und erhält Einblicke in die Theorie der Zahnheilkunde.

Den Abschluss der Vorklinik bildet das erste Staatsexamen (auch Physikum genannt), bei dem in mündlichen Prüfungen das Wissen der ersten Semester abgefragt wird. Zahntechnische Fähigkeiten muss man in einer praktischen Woche demonstrieren.

Der klinische Studienabschnitt besticht nach dem Physikum mit deutlich mehr Praxis. Die zahnärztliche Tätigkeit wechselt schrittweise vom Phantomkopf zum Menschen und die Vorlesungen spezifizieren sich. Die großen Abteilungen sind Zahnerhaltung, Prothetik, Kieferorthopädie sowie Zahn-, Mund-, Kieferkrankheiten.

Was waren deine liebsten Vorlesungen und Seminare an der Universität?

Wie in jedem Studiengang ist das vom Dozenten bzw. der Dozentin abhängig. Ich persönlich mochte die praxisbegleitenden Vorlesungen am liebsten. Die Professorinnen bzw. Professoren sind auf die schwierige Fälle der Woche eingegangen, haben verschiedene Lösungsansätze vorgestellt und den ein oder anderen Tipp gegeben.

Zusätzlich empfand ich die zahlreichen humanmedizinischen Vorlesungen als erfrischende Abwechslung vom täglichen Behandlungsalltag. Auch in der Zahnmedizin muss man Prüfungen in den Themenbereichen Mikrobiologie, Pathologie, Pharmazie, Innere Medizin und Chirurgie ablegen.

Welche praktischen Fähigkeiten hast du in deinem Zahnmedizin-Studium erlernt?

Das Spektrum erstreckt sich von zahntechnischen bis hin zu allen notwendigen zahnärztlichen Tätigkeiten.

Eine wichtige Rolle spielt meiner Meinung nach der Umgang mit Patientinnen und Patienten. Wir lernten, auf diese individuell einzugehen und je nach Situation die beste Lösung anzubieten.

Weitere grundsätzliche Dinge sind das selbstständige Arbeiten sowie die zeitliche Organisation aller Termine.

Wie laufen die praktischen Kurse in der Zahnmedizin ab?

Aus den Schmerzdiensten der jeweiligen Kliniken erhalten die Studentenkurse Patientinnen und Patienten. Sie werden gefragt, ob sie mit der Behandlung durch einen Studierenden – unter Aufsicht – einverstanden sind. Die Termine werden dann von uns persönlich ausgemacht.

Zwei Studierende behandeln jeweils zusammen in einer sogenannten Behandlungsbox. Das ist ein durch halbhohe Wände abgetrennter Raum, welcher einem Zahnarzt-Zimmer entspricht. Beide Studierenden teilen sich die zur Verfügung stehende Arbeitszeit.

Wir mussten jede Patientin und jeden Patienten vorher bei der Betreuerin bzw. dem Betreuer vorstellen. In diesem Gespräch klärten wir Grunderkrankungen und die Einnahme von Medikamenten ab. Außerdem mussten wir deren Auswirkungen auf die zahnärztliche Tätigkeit nennen.

Während der Behandlung mussten wir Schlüsselsituationen bei den Assistenzärztinnen und -ärzten vorstellen. Abschließend holten wir ein Testat bei der Oberärztin oder dem Oberarzt ein.

Sprich: Die Patintin oder der Patient geht mit einer von mehreren Ärztinnen und Ärzten abgesegneten Arbeit nach Hause. Die Behandlung ist zu keiner Zeit wirtschaftlich motiviert. Gutes Arbeiten steht hier absolut im Vordergrund.

Wann schreibt man eine Dissertation in der Zahnmedizin?

Mit der Dissertation kann man theoretisch direkt nach dem Physikum beginnen. Viele Professorinnen und Professoren stellen in den Vorlesungen Themen für eine mögliche Dissertation vor. Alternativ sind sie auf Nachfrage gerne dazu bereit, ein gemeinsames Projekt zu kreieren.

Vergesst dabei nicht, dass ausführliche Experimente zusätzlich Zeit in Anspruch nehmen. Das engt den vollen Stundenplan weiter ein.

Eine weitere Möglichkeit ist, nach dem Studium eine Assistenzarztstelle an der Klinik anzunehmen. Diese lässt sich gut mit einer Doktorarbeit kombinieren.

Ich für meinen Teil halte die Ausbildung im Studium für wichtiger, denn: Ein Doktortitel macht mich nicht direkt zu einem gut praktizierenden, kompetenten Arzt.

Wie hoch ist der Stressfaktor im Zahnmedizin-Studium?

Das Stresslevel entsteht durch viele Faktoren. Ein Faktor ist, dass zeitintensive Tage um 7:45 Uhr mit der ersten Vorlesung beginnen und mit praktischen Behandlungen gegen 17:30 Uhr enden.

Das Studium gleicht einem individualpsychologischen Lehrgang, bei welchem man seine Grenzen des Öfteren erreicht. Praktische Aufgaben werden bis zur Perfektion korrigiert – auch noch am Tag einer wichtigen Abgabe.

Man wächst stetig an seinen Aufgaben und lernt schnell, mit stressigen Situationen umzugehen. Schlussendlich besticht das Gefühl einer weiteren bestandenen Prüfung oder Abgabe mit lohnender Genugtuung.

Zusätzlich spielt die Organisation der eigens zu behandelnden Patientinnen und Patienten eine große Rolle. Die Behandlungstermine müssen mit dem vorhandenen Stundenplan abgestimmt und freie Behandlungszimmer organisiert werden.

Gerade zum Ende des Studiums steht mit dem zweiten Staatsexamen eine halbjährige Prüfung an, für welche man frühzeitig lernen sollte. Hierfür beginnen die Lernabende zusätzlich ab 18 Uhr.

Inwiefern unterscheidet sich das Studium der Zahnmedizin von dem der Humanmedizin?

Zu Beginn unterscheidet es sich nicht gravierend. Das Zahnmedizinstudium besticht zum Ende jedoch durch seine praktische Ausbildung.

Im Grunde beendet man das Zahnmedizin-Studium als Facharzt mit allen nötigen Fähigkeiten. Absolventinnen bzw. Absolventen der Humanmedizin müssen hingegen eine bis zu sechs Jahre andauernde Facharztausbildung anhängen.

Können die Studierenden nachträglich von der Zahnmedizin zur Humanmedizin wechseln?

Man kann versuchen, sich auf ein höheres Fachsemester in der Humanmedizin zu bewerben. Ob die Bewerbung durchgeht, ist von den freien Plätzen und dem Abiturschnitt abhängig. Hierfür sollte man sich über die Regularien der einzelnen Universitäten vorab schlau machen.

Ein Wechsel an einen anderen Standort ist hingegen einfacher. Über Tauschbörsen – z.B. auf Facebook – können Plätze im Ring getauscht werden.

Du bist fertig mit dem Studium – was kommt danach?

Allgemein sind jetzt zwei Jahre Assistenzzeit in einer freiwirtschaftlichen Praxis oder an einem Klinikum angesetzt. Nach diesen erlangt man die Kassenzulassung und kann eigenständig Kassenpatientinnen und ‑patienten behandeln. Hierbei fungiert ein Arzt bzw. eine Ärztin als Mentor bzw. Mentorin, wodurch man weitere Blickwinkel und Lösungsansätze für Patientenfälle erhält.

Theoretisch könnte man sich auch direkt selbstständig machen. Ohne die Assistenzzeit darf man jedoch nur Privatpatienten und ‑patientinnen behandeln.

Persönlich zieht es mich jetzt erst mal in den Urlaub, um die anstrengende Zeit des Examens gebührend zu verarbeiten. Danach möchte ich nach einem guten Abschluss mit voller Energie in das Arbeitsleben starten.

Was würdest du allen raten, die Zahnmedizin studieren wollen?

Zuerst sollte man sich bewusst sein, dass man sich für die nächsten sechs Jahre der Zahnmedizin verspricht. Andere Dinge müssen in dieser Zeit zurückstecken.

Man sollte sich fragen, ob man das Arbeiten an und mit kleinen Werkstoffen als ermüdend empfindet. Kritik darf man nicht persönlich nehmen und ein geübter Umgang mit Stresssituationen ist ebenfalls empfehlenswert.

Ist man dem gewachsen, unterzieht man sich einem anspruchsvollen, interessanten aber auch unglaublich lohnenden Studium. Man erlangt Wissen aus dem Bereich der Humanmedizin und präzisiert motorische Fähigkeiten.

Ein Praktikum oder eine Hospitation in einer Praxis oder bei einem Zahntechniker bzw. einer Zahntechnikerin hilft, den beruflichen Alltag vor Studienbeginn nachzuvollziehen.

Würdest du rückblickend gerne etwas verändern?

Hilfreich ist eine gewisse Gelassenheit und die Fähigkeit, Dinge nicht zu eng zu sehen. Der Umgang mit stressigen Situationen in Perfektion will gelernt sein. Jene Gelassenheit manifestierte sich bei mir erst im Laufe des Studiums, wäre aber schon zu Beginn hilfreich gewesen.

Ich bin zufrieden mit dem Verlauf des Studiums. Auch einer nicht bestandenen Prüfung oder stressigen Zeiten entnimmt man positive Aspekte und Motivation.

Abschließend kann ich sagen, dass ich die Zahnmedizin auf den zweiten Blick lieben lernte. Eine anspruchsvolle, sehr handwerkliche Tätigkeit, die ihre schönsten Seiten im Umgang mit Menschen und individuellen Fällen zeigt. Kein Fall entspricht dem vorherigen – auch nach jahrelanger Tätigkeit lernt man noch aus neuen Situationen.

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